Bücher kopieren und veröffentlichen ist verboten? Es gibt auch andere Mittel.

Veröffentlicht heute ein Autor, Künstler oder anderweitig kreativ Schaffender ein Werk, so besteht nach geltendem Recht weltweit bis lange nach seinem Tod das Urheberrecht auf dieses Werk, bis es gemeinfrei wird und von jedem nach Lust und Laune genutzt werden kann.

Das sollte sich ändern, denn es bringt viele Probleme mit sich, insbesondere in Bezug auf Bücher.

Bücher sind ein Paradebeispiel dafür, wie Wissen verbreitet wird. Autoren veröffentlichen Millionen Bücher jedes Jahr, die esoterische bis hochwissenschaftliche Bereiche behandeln. Zwischen diesen Extremen gibt es viele weitere Bereiche von Sachbüchern: Die Populärwissenschaft ist eine der meistgelesenen Bereiche, aber auch noch ungeprüfte Theorien und Methoden finden ihren Weg ins Bücherregal. So viele Menschen tragen mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen dazu bei, dass wir mehr und mehr lernen können. Dazu müssen wir nur den Bücherladen oder den Online-Shop unserer Wahl besuchen, eine Bestellung abgeben und uns in die Tiefen der Wortgeschöpfe stürzen.

Bücher sind der Status Quo des Wissens und der Weisheit

Viele von ihnen bleiben allerdings praktisch ungelesen und nur wenige werden lange und oft verkauft. Die wirklichen Weisheiten setzen sich langfristig durch und sie sind es, die immer wieder in verschiedensten Formen in Büchern verarbeitet und wiedergegeben werden.

Allein der Stoizismus, der vor knapp 2.300 Jahren begründet wurden, ist aktueller denn je. Die Denkweise der Stoa ist modern geblieben und wird noch heute in Büchern verarbeitet und uminterpretiert.

Diese Verhalten kann man in jedem kreativ-wissenschaftlichen Bereich sehen. Wir nehmen bestehendes Wissen und loten es bis an seine Grenzen aus. Teilweise gehen wir einen Schritt weiter und fügen möglicherweise noch ein klitzekleines bisschen an an Wissen oder Weisheit hinzu.

Autoren stehen auf den Schultern von Giganten...

... von vielen toten Menschen, die einst die Grundlage geschaffen haben für das, was wir nun lesen und lernen können. Nur die allerwenigsten Kreativen können von sich behaupten, etwas gänzlich Neues geschaffen zu haben. Das ist auch wirklich, wirklich schwierig. Unser Kopf ist wie dafür gemacht, bestehendes Wissen neu zu verarbeiten, ruhen zu lassen, neu zu verknüpfen und Methoden, Vorgehen oder leicht aktualisierte Weisheiten daraus zu destillieren. Aber sich in ein vollständig unentdecktes Gebiet vorzuwagen ist schwierig, anstrengend und wir nur selten gemacht.

Das zeigt sich auch an den vielen Büchern, die jedes Jahr die virtuellen Bücherregale weiter füllen. Iterationen von Iterationen, immer alter Wein in neuen Schläuchen. Bei jedem neuen Buch, das mein Regal schmückt und irgendwann von mir gelesen wird, stelle ich fest, dass es sich in mein Netz aus bestehendem Wissen einfügt oder altes Wissen aktualisiert. Manchmal stelle ich auch fest, dass mein Wissen vollständig falsch war und es überrascht mich, wie lange man offensichtlich vollständig falsche Fakten behält. Doch je mehr ich lese, desto mehr ergibt sich ein Gesamtverständnis der Welt. Viele Bücher beschreiben Methoden oder Prinzipien nur aus einer anderen Sicht und mit einem anderen Verständnis. Sie erfinden das Rad nicht neu, sondern wechseln die Perspektive oder arbeiten in einem Bereich, den andere nur ungenügend abdecken.

Das Urheberrecht schützt diese Art von kreativem Prozess. Wenn wir nur ein wenig anders formulieren und den Text ein wenig anders schreiben... bamm, neues Buch. Egal, ob wir nun das hundertste Low-Carb-Rezeptbuch haben, das sicher ein neues Rezept bringt oder wieder mal lesen dürfen, warum Heilsteine wirklich heilen - diese Werke nehmen eine bekannte Methodik und interpretieren sie ganz leicht neu.

Das ist gut, denn so schaffen wir uns langsam vorwärts und irgendwann kommen wir an einen Punkt, wo wir zwar nicht zum Vorgängerwerk einen signifikanten Fortschritt sehen, allerdings zu den Werken vor 50, 100 oder gar 1.000 Jahren.

Inhalte kopieren? Nein. Methoden? Aber ja!

Was das Urheberrecht allerdings nicht schützt und nicht schützen kann, sind die Methoden oder Prinzipien, auf dem all diese Bücher basieren. Denn sie waren vorher da. Sie sind integraler Bestandteil der Natur oder des menschlichen Seins und können damit zum Glück nicht für die Verwertung geschützt werden.

Das muss man ausnutzen. Wenn es schon nicht erlaubt ist, Bücher zu kopieren und zu verteilen, so fällt diese Grenze bei den Methoden oder Prinzipien, die sie beschreiben.

Ziel des Schlauen Buchs ist es, alle zugrundeliegende Prinzipien und Methoden zugänglich zu machen, abseits künstlich beschränkter Verfügbarmachung von Texten. Ich will dafür sorgen, dass wir themen- und bereichsübergreifende Methoden, Prinzipien, Weisheiten und Heuristiken an eine Stelle packen und uns diese aussuchen können, die wir für unser Leben brauchen. Nicht jeder lebt dasselbe Leben oder steht vor denselben Schwierigkeiten. Aber für jeden funktionieren die Gesetze der Natur gleich. Deshalb sollte auch jeder hierfür Zugang haben.