Einführung

Neben der Nahrungsaufnahme ist ein wesentlicher Bestandteil menschlicher Existenz die Bewegung. Unser Körper ist von Natur aus darauf ausgelegt, sich oft und viel zu bewegen. Dort, wo wir herkommen, war Bewegung an der Tagesordnung. Die Menschen mussten sich bewegen, um an Essen zu gelangen, mussten dieses Essen irgendwie zubereiten, haben getrunken, getanzt, gefeiert und sind sicher auch häufig nur herumgelegen. Erst in den letzten 50 bis 100 Jahren war der technische Fortschritt der körperlichen Anstrengung vermehrt im Weg.

Immer mehr natürlich vorkommende Bewegungsarten wurden auf ein Minimum reduziert. Reisen und Transport waren nicht mehr mit körperlicher Anstrengung verbunden, nachdem Autos Einzug in den Alltag genommen haben. Industrielle Revolution bis hin zur Büroarbeit sorgten dafür, dass der Mensch den halben Tag in derselben Haltung verbringt, mit langfristigen Folgen auf die körperliche Robustheit.

Dabei liegt es auf der Hand: Wenn wir den Körper nicht ab und an fordern, folgt die Degeneration und die Lebensqualität, vor allem im hohen Alter, nimmt stärker ab, als wir Alzheimer sagen können. Es ist ausdrücklich erklärtes Ziel vieler, möglichst lange gesund zu bleiben. Dafür müssen wir uns bewegen.

Bewegung in der freien Natur

Draußen ist der natürliche Aufenthaltsort des Menschen. Die Natur bietet den Vorzug, dass sie um einiges komplexer ist als das Fitnessstudio vor Ort. So bringt uns Bewegung draußen zu immer neuen Begebenheiten, anhand derer wir unsere körperlichen Fähigkeiten messen und verstärkt verbessern können. Hinzu kommen weitere Vorzüge: Sonnenschein, natürliche Böden und unendliche Vielfalt an Trainingsmöglichkeiten.

Der Baum ist somit besser zum Klettern geeignet als die Boulder-Halle. Letztere hingegen darf deshalb nicht geringgeschätzt werden. Auch sie hat, wie jeder von Menschen geschaffene Trainingsort, praktische Vorteile. Dort kann man gefahrlos experimentieren und lernen, zudem ist er eine willkommene Lösung bei Wetterbedingungen, bei denen man sich nicht gerne draußen aufhalten möchte wie Sturm, Regen, Hagel, Schnee und Frost.

Wer jedoch die Wahl hat, geht nach draußen und geht eben ein paar Risiken ein, von denen man profitieren wird.

Jagd und Essen

Für den Menschen ist es natürlich, vor der Nahrungsaufnahme auf die Jagd zu gehen. Das heißt, dass erst Bewegung stattfindet und danach gegessen wird. Die Bewegung, egal welcher Art, stellt unseren Körper auf die Nahrungsmittelaufnahme ein. Dieses Prinzip lässt sich einfach auf den Alltag übertragen: Es steht ein großes Essen bevor? Davor intensiv trainieren.

Wer das beachtet, wird Schwierigkeiten haben, überschüssiges Körperfett zuzulegen.

Belastbarkeit des Körpers

Bewegung ist ein Stressor. Vor allem am Endpunkt der körpereigenen Belastbarkeit (das kann man auch als Training bezeichnen) stört intensive Bewegung die Homöostase und wirkt wie ein Adaptogen. Dadurch lernt unser Körper, mit weiteren Stressoren umzugehen und wir werden belastbarer. Aufgrund dessen ist Bewegung so wichtig. Sie macht uns, im Gegensatz zu gebräuchlichen Redewendung Sport ist Mord, gesund und belastbar.

Übersetzung des Alltags in trainingsspezifische Bewegung

Im Alltag eines Menschen treten verschiedenste Bewegungen auf, für die ein Körper gewappnet sein muss, wenn er verletzungsfrei und stark bleiben will. Dies schließt Bewegungen ein, die in einem natürlichen Alltag eines Menschen vorkommen, nicht nur in der künstlichen Umgebung von heute, in der Bewegung der Bequemlichkeit untergeordnet wird. Die Bewegungen haben vergleichbare und auf den Alltag übertragbare Trainingsübungen.

AlltagsbewegungÄquivalente ÜbungBereich
(An-)Heben von GegenständenKreuzhebenKraft
Tragen von GegenständenLoaded CarriesKraft
Sich an etwas hochziehen, kletternKlimmzüge, kletternKraftausdauer
Verfolgen von JagdbeuteSprints, RennenAusdauer
Überwinden von HindernissenParkourAusdauer, Koordination
(Straßen-)KämpfeKampfsport/-kunstKraftausdauer, Koordination

Diese Bereiche werden in den folgenden Kapiteln behandelt: