Nicht-Essen oder Fasten

Sobald die Verdauung abgeschlossen ist und der Körper feststellt, dass keine Nahrung nachkommt, wird es interessant. Da unser Körper uns am Leben halten und nicht sterben will, muss er irgendwo her die Energie bekommen, um weiter zu existieren und nicht zu sterben. Er fängt also an, Fettspeicher aufzulösen. Das, was uns jeden Tag belastet, wird nun angegangen und langsam, aber sicher minimiert. Der Körper geht in den Fasten-Modus über. Außerdem recycelt der Körper nun Abfälle in den Zellen. Schrott, der in den Zellen nicht mehr benötigt wird, wird abgebaut und verwertet. Diesen Prozess nennt man Autophagie Das geht so weit, dass auch Zellen, die nicht mehr ganz so funktionieren wie gewollt, ihren natürlichen Lebenszyklus beendet bekommen und absterben.

Die Autophagie entsorgt das Unnütze und lässt das Wesentliche zurück. Es ist genau der Prozess, der die Langlebigkeit des Menschen aktiv unterstützt. Was seit Jahrtausenden als Fasten praktiziert wird, hat eine ebensolche praktische Wirkung, die mit der Dauer des Fastens verstärkt werden kann. Je weniger komplex das Lebewesen ist, das auf eine (zwangsweise) Fastenkur gesetzt wird, desto stärker lässt sich die Lebenserwartung nach oben schrauben. Bei einfachsten Bakterien lässt sich die Lebenserwartung beinahe verdoppeln, Affen hingegen haben im Alter eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit. Mit Hilfe solcher Fastenphasen leben wir länger und gesünder. Was uns das kostet? Nichts, außer ein bisschen Körperfett und zudem spart es uns Geld, weil wir nun weniger einkaufen müssen. Der Einkaufskorb wird leerer, die Fettpölsterchen weniger und zudem ist zu erwarten, dass wir länger leben.

Übersicht

Faustregel

Regelmäßig auf Essen verzichten, sodass der Körper in den Fasten-Modus übergeht

Vorteile

Nachteile

  • Insbesondere am Anfang ist eine Umstellung nötig, bis man ohne Essen zurecht kommt

Arten des Fastens

Es gibt viele Varianten, den Körper in den Fasten-Modus zu bringen. Diese Varianten sind die bekanntesten:

  1. Meal Skipping. Was bei vielen als intermittierendes Fasten bekannt ist, ist eigentlich nichts weiter als das Auslassen einer Mahlzeit. Dadurch wird das Essensfenster kürzer und bewegt sich in einem Zeitraum zwischen 4 und 8 Stunden. In der restlichen Zeit wird nichts gegessen, was relevant viele Kalorien hat. Das heißt, Getränke wie Wasser, Tee und Kaffee schwarz ohne Zucker sind in Ordnung. Ein Stück Gemüse auch. Alles darüber bringt den Körper jedoch aus dem Fasten raus.
  2. Intermittierendes Fasten durch alternierende Fastentage: An einem Tag wird normal und unbeschränkt gegessen, am darauf folgenden Tag wird die Energieaufnahme maximal beschränkt Das wechselt sich immer ab.
  3. 5:2. An fünf Tagen der Woche darf normal und unbegrenzt gegessen werden, während an zwei Tagen die Essensaufnahme auf ein Minimum reduziert wird.
  4. Anhaltende Fastentage/-Wochen. Über einen festgelegten Zeitraum (zwischen wenigen Tagen bis hin zu zwei Wochen) werden praktisch keine Kalorien aufgenommen. Dies sollte nur von Personen durchgeführt werden, die bereits Erfahrung mit Fasten haben, da der Körper nach lebenslangem Mästen mit Essen alles andere als den Absenz von Nahrung toleriert. Das kann zu Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel führen.
  5. Sonderfall: Ketogene Ernährung. Durch einen hohen Fettanteil in der Ernährung bei wenig Protein, Kohlenhydraten und Nahrungsmitteln mit geringer glykämischer Last wird trotz isokalorischer Ernährung ein langanhaltender Fastenzustand erreicht.

Fasten ist insbesondere ein Mittel der Wahl, um einen gesunden Körper zu erzeugen. Dabei liegt der Fokus nicht auf der Gewichtsreduktion, auch wenn sie ein Bestandteil davon sein kann. Der Körper wird eher umstrukturiert und verliert Fett sowie baut Muskelmasse auf, als wirklich an Masse verloren wird. Die Gesundheit und Langlebigkeit dieser Maßnahme stehen aber im Vordergrund. Deshalb sollte jeder, der an einem langen und gesunden Leben interessiert ist, den Essensinput regelmäßig beschränken. Auf die Weise, die deinem Körper und deinem Lebensstil am besten zusagt.

caution

Durch den Einsatz von Kaffee lässt sich das Fasten intensivieren und die Dauer des Fastens ohne Hunger verstärken.

An dieser Stelle sollte man aber vorsichtig sein. Kaffee ist oft ein Kompensationsmittel für Langeweile oder fehlende Energie am Morgen. Die Rede ist von einem Kaffee und nicht von 3. Der Konsum sollte stark beschränkt werden, da Kaffee den Körper aus dem Gleichgewicht bringen kann. Wer ohne Kaffee am Morgen nicht mehr aus dem Bett kommt, weiß, dass die Grenze des normalen Konsums überschritten ist.

Weiterführende Literatur